Jetzt noch besuchen: Die Sonderausstellung „Global Bible“
Noch bis zum 1. März 2026 zeigt das Bibelmuseum Münster die Sonderausstellung „Global Bible: Vermächtnisse von (post)kolonialen Bibelübersetzungen in der Arktis, Ozeanien und Westafrika”. Sie basiert auf dem Forschungsprojekt „GloBil“ (Global Bible: British and German Bible Societies Translating Colonialism), das kritisch untersucht, wie britische und deutsche Bibelgesellschaften im frühen 20. Jahrhundert die christliche Schrift in rund 1.000 Sprachen übersetzten.
Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf die oft übersehene Arbeit indigener Übersetzer:innen in der Arktis, in Ozeanien und in Westafrika und zeigt die Verflechtungen zwischen Mission und Kolonialismus auf.
Besucherinformationen:
- Ort: Bibelmuseum Münster, Pferdegasse 1, 48143 Münster
- Öffnungszeiten: Di–So, 10–18 Uhr
- Führungen: Sonntags um 15 Uhr (offen, ohne Anmeldung)
- Katalog: Zweisprachig, für 24,90 € im Museum erhältlich
Weitere Infos unter: https://www.uni-muenster.de/Bibelmuseum/angebote/ausstellungen/global_bible/index.html
Infos zum Projekt:
https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Moderne/en/aktuelles/forschung/projekte/projekt_global_bible.html
Digital eintauchen: Die Webapp des SCDH

Ein digitaler Bestandteil der Ausstellung ist die visuelle Aufbereitung der Forschungsdaten durch das Service Center for Digital Humanities (SCDH) der Universität Münster.
Das SCDH hat eine Webapp entwickelt, die sowohl direkt am Bildschirm im Museum als auch online unter https://globil-webapp.scdh.uni-muenster.de verfügbar ist. Sie ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, die umfangreichen Daten aus dem „Book of Thousand Tongues“ interaktiv zu erkunden:
Was leistet die Webapp? Mit moderner Software macht die Anwendung historische Daten explorierbar, die zuvor in analoger Form „versteckt“ waren. Der Fokus liegt dabei auf den Sprachen Europas, der Arktis, Ozeaniens und Westafrikas.
- Interaktive Karte & Zeitstrahl: Nutzer können sehen, in welcher Region eine Sprache gesprochen wird und wann welche Bibelübersetzungen (z. B. das Markus-Evangelium) erschienen sind.
- Smarte Filter: Wer hat bei den Übersetzungen mitgewirkt? Mit wenigen Klicks lassen sich spezifische Listen erstellen und Zusammenhänge erkennen.
- Hohe Standards: Die Daten wurden aus dem Print digitalisiert und mithilfe von NLP- und KI-Methoden bereinigt und normalisiert.
Open Data & FactGrid

Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit (FAIR-Prinzipien) standen bei der Entwicklung im Fokus. Deshalb wurden die Daten nicht nur in der App visualisiert, sondern auch auf der frei zugänglichen Datenbank FactGrid veröffentlicht:
- Semantic Web: Die Daten sind als Linked Open Data aufbereitet und frei verfügbar (CC0-Lizenz)
- Kollaboration: Über die FactGrid-Plattform können Forschende und Interessierte die Daten korrigieren, ergänzen oder für eigene Projekte via SPARQL-Abfragen nutzen.
Zum Projekt auf FactGrid: https://database.factgrid.de/wiki/FactGrid:GloBil
Die Ausstellung „Global Bible“ zeigt eindrucksvoll, wie historische Exponate und moderne Digital Humanities zusammenwirken, um komplexe globale Geschichten zugänglich zu machen.





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